Ich erteile 3 von 5 Sternen.
Der Autor
entführt uns in die Bretagne, auf die Antlantikküste, in eine malerische Stadt
Port Avon, die früher mal ein beliebter Treffpunkt der Künstler war. Hier löst
Komissar George Dupin einen Mordfall. Der Kommisar selbst wird von dem Autor
nur durch seine Charakterzüge vorgestellt, über Persönliches wird weitgehend
geschwiegen. Die Tatsache, dass der Kommisar eine Schwester hat, erwähnt der
Autor nur um zu demonstrieren, dass Dupin immer die Arbeit den persönlichen
Beziehungen vorzieht. Auch die Gründe des Wechsels des Arbeitsortes wurden
erwähnt um zu zeigen, dass nicht nur Dupin von seiner Umgebung als komischer
Kauz wahrgenommen wird, sondern auch er hegt großen Abscheu vor gewissen
Menschen, vor Allem denen, die zum Abschweifungen neigen und sich nicht auf das
Wesentliche konzentrieren. Es fählt ihm schwer, sich nicht vom Schwäzern derart
provozieren zu lassen um nicht auszurasten. Trotz allem wirkt der Kommisar
Dupin symphatisch, vielleicht weil er seine Arbeit ernst nimmt und professional
ausübt. Die soziale Unfähigkeit wird ihm von dem Leser bestimmt verziehen
werden. Mir persönlich kam Dupin völlig
in Ordnung vor, da ich ständig mit solchen Männern zu tun hatte und habe,
zuerst war es mein Vater, dann mein Mann und inzwischen zählt auch noch mein
Sohn dazu. Die Welt würde nicht weniger schön, wenn alle Leute so wären.
Höchstens einfacher.
Der Mordfall an
sich fängt rätselhaft an, die Tot des alten Hoteliers scheint grundlos zu sein.
Viel Platz im Buch nehmen Dupins skurille und plötzlich abgebrochene
Vernehmungen der Zeugen, um dann endlich das Motiv des Mordes zu finden. Der
Fall bringt wenig Überraschendes und Aufregendes mit, jedoch ist es eine Freude
es zu lesen, dank dem Komissar Dupin, der uns seine Methode lernt, sich
gegenüber dem Unerwünschten abzugrenzen. Manch einer Leser blickt sicher
neidisch auf Dupin seiner Fähigkeit wegen. Nur der unermessliche und
übertriebene Konsum von Kaffee zeigt uns, dass der Komissar auch nur ein Mensch
ist.
Zur Handlung des
Buches (falls ihr das Buch lesen wollt, hier STOP machen!):
Ein alter
Hotelier Pennec, über 90 Jahre alt, wird Tot gefunden in seinem Restaurant, in
einem Hotel, der schon im vorigem Jahrhundert ein beliebter Treffpunkt der Künstler
und Maler, auser anderem Gaugin, war. Die ganze Familie und Hotelangestellte
sind daran mächtig stolz.
Niemand kann sich einen Grund für das Mord
vorstellen aber auch niemand scheint emozional zum Boden gestört zu sein. Der
Sohn erbt das Hotel und zwei Grundstücke, restliche Immobilien bekommen Freunde
des Verstorbenes. Enzig der Halbbruder geht mit leeren Händen aus. Der wird
auch als Erster verdächtigt. Nach und nach entdeckt der Kommisar, dass auch
Pennecs Beziehung zu seinem Sohn nicht ideal war. Auserdem zeigt sich, dass im
Restaurant ein bislang unbekanntes Original Gaugins hing, dieser aber durch
eine Kopie ausgetauscht wurde. Als dann die Absicht des Hoteliers, dieses Bild
einem Museum zu schenken, entdeckt wurde, ist es nicht schwer den wirklichen
Mörder zu finden. Dem Leser bleibt nach dem Ende des Buches ein bitteres Nachgeschmack.
Ein alter Mann ist gewaltig gestorben, obwohl er nur noch Tage wegen seines
kranken Herzens hatte, und ein Bild, der eigentlich Freude schenken sollte, war
die Ursache dafür. Und natürlich die menschliche Gier.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen