Ich wohne in einem klienen Dorf mit 2500 Einwohnern, rundherum sind Obstwiesen, vor den Häusern schöne Vorgärten. Auf den ersten Blick ländliche Idylle. Wenn wir aber näher schauen, stellen wir fest, dass es auf den Straßen im Vergleich zu der Einwohnerzahl sehr viel Verkehr ist. Sonst trifft man keine Seele. Alle fahren nur mit dem Auto. Zu Fuß geht offensichtlich niemand mehr.
Ein Bild über die Straße eilender Frau mit schweren Einkaufstaschen in den Händen erscheint mir auch wenig verlockend. Wenn wir das Auto besitzen, sollen wir es auch benutzen und uns die Arbeit erleichtern. Aber mit dem Auto zu fahren, wenn ich die Zeitung hole, oder wenn ich zum Bäcker für die Brötchen muß, vor allem, wenn der Laden nur 300 m entfernt ist? Und dieses Taxifahren für die Kinder! Bei uns fährt der Bus einmal in der Stunde und abgesehen davon, ob es sinnvoll ist dem Nachwuchs die Zeit so zu verplanen, dass man alle Termine wirklich nur mit dem Auto schafft, geht es oft nicht anders. Aber auch in der Stadt, wo der Bus oder Bahn alle 10 Minuten geht, fahren alle Autos. Ganz verrückt erscheint mir, wenn Leute mit dem Auto zur Sporthalle fahren, um dort die für die Gesundheit so wichtige Bewegung machen.
Am meisten ärgert mich, wenn die Eltern ihre Kindergartenkinder morgens in das Auto setzen und in KiTa fahren, um sie dann mittags wieder mit dem Auto abholen. Ich sage mir, vielleicht wollen die Kinder nicht zu Fuß gehen, oder ist schlechtes Wetter und dann könnte der Spaziergang nach Hause unangenehm werden. Manche wollen die Zeit einsparen, auch wenn bei solch kleinen Enfernungen wie sie in unserem Dorf gibt, ist die Ersparnis sehr dürftig, da das Einsteigen, Zuschnallen, Parken und Aussteigen nimmt mit Kindern gewisse Zeit in Anspruch. Ich bin bereit alle Gründe, wieso man unbedingt mit dem Auto fahren muß, zu akzeptieren, auch wenn diese mir persönlich sehr fraglich erscheinen.
Aber neuerdings gibt es ein großes Problem mit den Parkplätzen, weil schon wirklich alle das Kind mit dem Auto bringen und holen, und in der Zeit, als der Kindergarten gebaut wurde, hatte niemand mit solcher menge Autos gerechnet. Anstatt die Autos 30 Meter weiter in der Querstraße zu parken, stehen alle Autos direkt gegenüber dem Eingang. Die ganze Straße ist voll zugeparkt. Wenn andere Autos vorbei fahren wollen, haben sie keine Chance, sie müssen teilweise über die Rasenfläche fahren, um durchzukommen. Diese sieht dementsprechend aus, mit tiefen matschigen Furchen. Und jetzt beschweren sich die Eltern über das Aussehen der Rasenfläche, anstatt zuzugeben, dass dies durch ihre Faulheit verursacht wurde. Es wird weiterhin geschimpft über die unbefriedigende Parksituation. Die Krone dem Ganzen hat eine Mutter aufgesetzt, die vorgeschlagen hat, die Grasfläche in die Parkplätze zu umwandeln! Die Grünfläche braucht doch niemand! Hauptsache man kann schön bequem direkt vor der Tür parken.
Und das alles in einem Dorf, in dem die Größte Entfernung zwischen zwei Stellen weniger als 1.5 km ist!!!!!!
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