Montag, 13. Januar 2014

Elysium

Vor kurzem sah ich den Film Elysium (2013) mit Matt Damon alias Max in der Hauptrolle.Ich habe viel gutes über diesen Film gelesen und konnte es kaum erwarten, ihn zu sehen.

Im Film wird uns ein Bild einer zerspaltenen Gesellschaft angeboten, der Großteil der Menschheit lebt auf der Erde, in Armut, ohne ausreichende medizinische Versorgung, im täglichen Kampf ums Überleben. Die Auserwählten, sprich die, die es sich leisten können, leben in wunderschönem paradiesähnlichen Elysium, einer Art Raumstation, nicht weit von der Erde entfernt. Die Erdbewohner sehen Elysium auf dem Himmel und wünschen sich dort zu gelangen, um einen besseren Leben zu führen. Die Millionäre von Elysium nutzen die Erdbewohner und deren Not aus, lassen sie arbeiten und für Elysium produzieren, die einzigen Produkte der Arbeit, die auf der Erde bleiben, sind die Roboter, die für Ordnung sorgen und Waffen, die gegen auferstehende Erdlinge gerichtet werden.
Konflikt zwischen diesen zwei Welten wird im Film visualisiert in Form wiederholter Versuche der Erdbewohner auf das Elysium mit Raumschiffen zu kommen und harten Gegeneingriffen seitens Elysiums Ministerin (gespielt von Jodie Foster).
Max ist ein einfacher Arbeiter, der früher gegen Gesetz verstoßen hat und auch mal im Gefängnis landete, der aber fest entschlossen ist ein besserer Mensch zu werden. Täglich geht er in die Fabrik, lässt sich schikanieren und scheint die Realität auf der Erde zu akzeptieren. Er träumt wie die anderen vom Elysium und vor allem von seiner Kindheitsfreundin - seiner Liebe. Aber er beugt sich dem Regime.
Erst durch einen Unfall bei der Arbeit ist er gezwungen einen inoffizielen Weg zu suchen auf Elysium zu gelangen, um sich dort von der lebensbedrohlicher Krankheit kurieren lassen, da verweilen auf der Erde ein sicheres Tod in kurzer Zeit bedeutet. Er bietet seine Dienste einer Gruppe Aufständischen, die ihn, im Tausch für ein Flugticket zum Elysium, auf eine sehr gefährliche Mission schicken, dank der das Elysium von Grund auf sabottiert wird und seine innere Strukturen zerlegt werden. Dann sieht man sehr viel Blut und Aktion-Scenen und schon ist der Film vorbei. Die Erde bekommt die nötige medizinische Versorgung und alle sind glücklich und freuen sich darüber.

And what now?
O.K. Die parallele zum heutiger Welt war gut, in realer Welt leben die Reichen auf Hektargroßen Anwesen hinter meterhohen Zäunen, unerreichber für die anderen.
Nur wer es sich leisten kann, kriegt die medizinische Hilfe die er braucht, auch heute gibt es schon ungeahnte Möglichkeiten der Heilung, die aber nur für die da sind, die es auch bezahlen können. Die Leute sind tagtäglich kontrolliert, für Ironie oder Sarkasmus gibt es keinen Platz, sonst droht Strafe von der Obrigkeit, für alles gibt es Regeln und Vorschriften. Leute gehen regelmässig ihrer Arbeit nach und trotzdem kämpfen ums Überleben, auf ihre Kosten werden nur die Reichen reicher. Und alle träumen darüber, selbst zu den Auserwählten zu gehören und im Paradies, wortwörtlich, zu landen.

Was mich ärgert, ist dass uns ein Held angeboten wird, der keiner ist. Max handelt erst dann, wenn es für ihm keinen Ausweg gibt, es ist ihm egal ob er nichts unternimmt und stirbt oder ob er bei der gefährlichen Mission stirbt. Die Mission bietet darüberhinaus die kleine Chance, doch noch sein beschissener Leben zu retten. Dass ihm der Autor letztlich sterben lässt, ist aus meiner Sicht nur ein Versuch, das Ende des Films nicht zu amerikanisch zu gestalten, sprich, alle sind gerettet und wohl auf.
Des weiterem scheint mir unrealistisch, dass so einfacher Versuch das Elysium zu zerspalten erfolgreich durchgeführt wird. Oder hat man den Zuschauer geschont um ihn nicht überanstrengen? Im Film geht eben alles zu leicht.

Wenn der Autor uns zeigen wollte, in was für einer Welt wir leben, ist es ihm gelungen. Wenn er uns Spannung bieten wollte, hat er versagt. Die Bilder waren in Ordnung, aber auch nicht mehr. Von einem so teurem Film hätte ich mehr erwartet. Und was uns der Film erzählen wollte, ist mir ein Rätsel. Als der Film endete habe ich nur verwundert gefragt: ''Das war´s?''



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen